Wenn die Temperaturen fallen, schützen sich Hunde meist gut durch ihr Fell. Doch Nässe, kalter Wind oder ein unfreiwilliges Bad im Eiswasser können schnell gefährlich werden. Eine Unterkühlung (medizinisch: Hypothermie) tritt auf, wenn die Körperkerntemperatur des Hundes unter den Normalwert von etwa 37,5 °C bis 39,0 °C fällt.

Die drei Phasen der Unterkühlung

1. Leicht, 35,0–37,5 °C, Zittern, kalte Pfoten, Unruhe
2. Mäßig, 33,0–35,0 °C, Muskelsteifheit, flache Atmung
3. Schwer, unter 33,0 °C, kein Zittern, Bewusstlosigkeit, verlangsamter Herzschlag, Lebensgefahr

⛑️ Erste Hilfe: Was im Notfall zu tun ist
👉 Aus der Kälte bringen (sofortige Entlastung) - Bringen Sie den Hund umgehend in einen warmen, windgeschützten Raum oder ins beheizte Auto.
👉 Nasses Fell abtrocknen (Verdunstungskälte stoppen) - Rubbeln Sie das Fell gründlich mit einem Handtuch dry. Feuchtigkeit entzieht dem Körper extrem schnell Wärme.
👉 Schrittweise aufwärmen (Gefahr eines Schocks vermeiden) - Hüllen Sie den Hund in warme Decken. Wärmflaschen oder Körnerkissen nur lauwarm anwenden und nie direkt auf die Haut legen (immer in ein Tuch wickeln), um Verbrennungen zu vermeiden.
👉 Lauwarme Flüssigkeit anbieten (Nur bei vollem Bewusstsein) - Bieten Sie dem Hund etwas handwarmes Wasser oder eine milde Fleischbrühe an. Bringen Sie ihm keine Flüssigkeit ein, wenn er apathisch ist.
👉 Tierarzt kontaktieren (Sicherheit geht vor) - Bei einer Temperatur unter 37,0 °C oder anhaltender Apathie muss der Hund umgehend tiermedizinisch versorgt werden.

Wichtig - Wärmen Sie den Hund niemals abrupt auf (z. B. durch heißes Wasser oder direkte Föhnwärme auf hoher Stufe). Ein zu schneller Temperaturanstieg kann zu einem lebensgefährlichen Kreislaufschock führen.

Welche Hunde sind besonders gefährdet?
☑️ Rassen ohne Unterwolle oder mit sehr kurzem Fell (z. B. Windhunde, Chihuahuas).
☑️ Welpen und Senioren: Ihre Thermoregulation ist noch nicht voll entwickelt bzw. eingeschränkt.
☑️ Kranke oder geschwächte Hunde: Hunde mit Arthrose, Herzproblemen oder geringem Körperfettanteil frieren schneller.
☑️ Nasse Hunde: Wasser hebt die Isolationsschicht des Fells auf.

Prävention: So kommt Ihr Hund sicher durch den Winter
✔️ In Bewegung bleiben: Lassen Sie Ihren Hund bei Kälte nicht lange auf kaltem Boden sitzen oder warten.
✔️ Passende Kleidung nutzen: Für kurzhaarige oder kleine Hunde ist ein gut sitzender, wind- und wasserabweisender Hundemantel kein Modegag, sondern effektiver Schutz.
✔️ Fell trocknen: Trocknen Sie Pfoten und Bauch nach jedem Regenspaziergang oder Schneegang sofort ab.